Mimetic language learning or how to incorporate the “performative magic” of language
DOI:
https://doi.org/10.55393/babylonia.v3i.1117Keywords:
03/2019Abstract
In einer empirischen Untersuchung wurde ein Theaterprojekt einer Willkommensklasse videographiert, also einer Schulklasse mit Schülerinnen, die neu in Deutschland sind und über wenig Deutschkenntnisse verfügen. Die Bedeutung ihrer Bewegungen und Gesten beim Sprachelernen wird auf Basis der Habitustheorie (Bourdieu) und dem Mimesiskonzept (Gebauer & Wulf) beleuchtet. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Kinder beim Aneignen unbekannter Begriffe mimetischen Bezug zu der Lehrkraft oder der Theaterpädagogin nehmen. Weiter wurde festgestellt, dass die Schülerinnen bereits über ein Wissen über einen sprachlichen Markt (Bourdieu 1991) verfügen und es verstehen, dieses bei einer Aufführung (z.B. dem Vorsingen eines Liedes) vor anderen zu nutzen. Mit einem Verständnis für die Macht mimetischen Lernens und der daraus resultierenden „performativen Magie“ (Bourdieu 1991) ergibt sich schließlich das Plädoyer, beim Lernen einer Sprache verinnerlichte sprachliche Dispositionen sowie den Handlungscharakter stets im Blick zu haben.
