Editorial
DOI:
https://doi.org/10.55393/babylonia.v1i.1248Keywords:
1/2015Abstract
Die ch Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit ist unter Beschuss geraten. Sie werde ihrer Aufgabe nicht gerecht, nämlich den Austausch von Schülern und Jugendlichen in der Schweiz zu fördern. Da das vom Bundesamt für Kultur 2011 definierte Ziel einer Verdoppelung der Sprachaustausche bei weitem nicht erreicht wurde, gehören die Verlängerung des Auftrags und die Erhöhung der Mittel in Frage gestellt. Der Stiftung fehle es an einer Strategie, an griffigen operativen Konzepten und klaren Organisationsstrukturen. Offensichtlich dicke Post, die die Stiftung zwingt, über die Bücher zu gehen. Dennoch, die Verantwortung für das Scheitern der Austauschpolitik einfach der Stiftung zuzuschieben wäre verkürzt und fatal. Warum? Weil die Förderung des Austausches in unserem Lande einer Herkulesaufgabe gleichkommt, die nicht von einer auch gut organisierten Institution alleine bewältigt werden kann. Weil Sprachaustausche ein kulturelles Problem sind. Austausch heisst sich öffnen, auf den Anderen zugehen und ihn wertschätzen. Nicht seit gestern erleben aber wir in der Schweiz – und andernorts – eine gegenteilige kulturelle Tendenz, nämlich Selbstschau, Einigelung, Angst vor dem Anderen.
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