Mehrsprachiger Unterricht
DOI:
https://doi.org/10.55393/babylonia.v4i.655Schlagworte:
PDF, 4/1999Abstract
[Zusammenfassung generiert von ChatGPT]
Überblick:
Diese Ausgabe von Babylonia behandelt den mehrsprachigen Unterricht in der Schweiz mit Fokus auf Immersions- und bilingualen Unterricht. Die Beiträge beleuchten pädagogische, gesellschaftliche und politische Aspekte des schulischen Plurilingualismus.
Hauptbeiträge:
Editorial:
Das Editorial kritisiert die Entscheidung von Appenzell Innerrhoden, Englisch anstelle von Französisch in der Primarschule einzuführen. Es warnt vor einer Erosion der sprachlichen Kohärenz der Schweiz und ruft zur Stärkung der nationalen Mehrsprachigkeit auf.
Identität und Mehrsprachigkeit:
Jacques Weiss beschreibt die historischen Wurzeln monolingualer Staatspolitik in Europa. Im Gegensatz dazu plädiert er für bilingualen Unterricht als Mittel zur sprachlichen Vielfalt und gegen die schleichende Dominanz des Englischen.
Modelle immersiven und bilingualen Unterrichts:
Berichte aus der Schweiz (u.a. Gabriela Fuchs und Christine Le Pape Racine) zeigen Pilotprojekte mit Früh- und Spätimmersion. Thematisiert werden didaktische Herausforderungen, soziale Selektivität und strukturelle Unterschiede zwischen Sprachregionen.
Fremdsprachenunterricht:
Internationale Perspektiven aus Australien und Irland (Michèle de Courcy, Tina Hickey) verdeutlichen, wie Immersion Sprachkompetenz und interkulturelles Verständnis zugleich fördert.
Kulturelles Bewusstsein und soziale Gerechtigkeit:
Mehrere Beiträge warnen vor der Gefahr einer sozialen Elitebildung in bilingualen Klassen. Die Autoren fordern inklusive Konzepte, die auch Kinder mit Migrationshintergrund einbeziehen und ihre sprachlichen Ressourcen nutzen.
Praxisbeispiele:
Konkret vorgestellt werden Unterrichtsmaterialien und Konzepte für bilingualen Sachunterricht (z. B. Geografie, Geschichte). Ein zentrales Anliegen bleibt die gezielte Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen.
Fazit:
Der bilinguale und immersive Unterricht wird als wertvolle Option zur Förderung des Mehrsprachigkeitspotentials angesehen. Voraussetzung ist eine bildungspolitische Unterstützung und eine inklusive Praxis, um Sprachenvielfalt als nationale Ressource zu nutzen.
