Introduction
DOI:
https://doi.org/10.55393/babylonia.v2i.1637Parole chiave:
02/2008Abstract
Warum eine „Babylonia“-Ausgabe ausgerechnet zu Sprachverlust? Diese Frage ist natürlich berechtigt, vor allem in einer Situation, in der es noch viel Überzeugungsarbeit braucht bis, Mehrsprachigkeit in der Bildungspolitik als Normalfall und nicht als Ausnahme akzeptiert wird und daraus entsprechende Konsequenzen gezogen werden. Das Thema Sprachverlust lässt sofort an jene Zeiten denken, in denen Mehrsprachigkeit als potentielle Gefahr für die kommunikative Kompetenz des einzelnen gesehen wurde und man sich in der Beurteilung sprachlicher Kompetenzen in erster Linie auf das konzentrierte, was man sprachlich gerade nicht konnte. Die Befürchtung der Lehrenden, vieler Eltern und natürlich auch der Lernenden selbst, „keine Sprache richtig zu beherrschen“ und ihr wissenschaftliches Pendant – die berüchtigte „doppelte Halbsprachlichkeit“, auch Semilingualismus genannt – ist bis heute nicht ad acta gelegt. Hier will diese Ausgabe von „Babylonia“ ansetzen – nicht etwa, um eine bislang totgeschwiegene Schattenseite der Mehrsprachigkeit aufzudecken, sondern um einen realistischen Blick auf das Lehren und Lernen von Sprachen zu werfen, um zu besser zu verstehen, wie sich Kompetenzen in verschiedenen Sprachen darstellen und entwickeln.
