Editorial

Authors

  • Editorial team of Babylonia

DOI:

https://doi.org/10.55393/babylonia.v3i.1295

Keywords:

03/2014

Abstract

Die vorliegende Ausgabe von Babylonia markiert das Ende eines Jahres, 2014, das in mancher Hinsicht von symbolischer Bedeutung ist. Unsere Zeitschrift liess sich seit je vom babylonischen Mythos inspirieren, insbesondere von den Werten einer grossen Zivilisation, die, freilich nicht ohne Gewaltanwendung, im mesopotamischen Zweistromland eine Kultur der Integration und des Zusammenlebens von unterschiedlichen Ethnien und Sprachen kreierte. Richten wir heute den Blick auf den dortigen Schauplatz, so ereilen uns blankes Entsetzen und Trauer. Die Geschichte macht uns zu Zuschauern einer schier unvorstellbaren Gewalt, einer Gewalt, die die dunkelsten Seiten des Menschen zum Vorschein bringt und gleichsam Ausdruck von blindem Dogmatismus, von Intoleranz und von unvorstellbarer Menschenfeindlichkeit ist. Die Geschichte wiederholt sich auch in ihren Schattenseiten. Deshalb ist Resignation fehl am Platz. Unter Achtung grundlegender Unterschiede, gilt es auch für uns, jene Zeichen zu erfassen, die in unserer Umgebung auf intolerante und xenophobe Haltungen hindeuten. Und leider gibt es davon in letzter Zeit in der Schweiz zur Genüge: Alles Andersartige – ginge es nach dem Ansinnen des rechten politischen Spektrums – soll ausgegrenzt, ja an der Grenze aufgehalten werden – allenfalls mit neuen Mauern. Alles, was die Grundwerte und Prinzipien einer humanistischen, offenen und toleranten Gesellschaft ausmacht soll in egoistischer und arroganter Manier gekündigt werden – so etwa die europäische Menschenrechtskonvention. Wie ist es nur denkbar, dass man sich vom Recht auf Leben, auf Freiheit, auf Sicherheit und auf Meinungsfreiheit im Zeichen einer nationalistischen, selbstreferentiellen Haltung verabschieden will? Gerade eine solche Haltung lässt Intoleranz und damit auch Gewalt wieder aufkeimen.

Published

2026-03-28

How to Cite

Editorial team of Babylonia. (2026). Editorial. Babylonia Journal of Language Education, 3, 4–5. https://doi.org/10.55393/babylonia.v3i.1295